Dozenten
 
MK 99 Christian Ostertag
MK 99

nächster Kurstermin z.Zt. offen

Meisterkurs Violine
Prof. Christian Ostertag, Trossingen

Korrepetition: Katalin Rozgonyi


Kursrepertoire: frei wählbar

Meisterklasse, Einzelunterricht

Technik und Interpretation

Probespieltraining 

aktive und passive Teilnahme möglich

 

Kursbeginn: 

Kursende: 


Gebühren:
Kursgebühren:

zzgl. Unterkunft u. Vollverpflegung im Forum Artium

 

 

Christian Ostertag wurde 1963 in Karlsruhe in eine deutsch-ungarische Musikerfamilie hineingeboren, in der dafür Sorge getragen wurde, dass er rechtzeitig an „sein" Instrument geriet: mit fünf erhielt er bereits den ersten Geigenunterricht bei Rainer Peschke. Albert Boesen und insbesondere Friedrich Rüstig waren weitere wichtige Lehrer während der Schulzeit.
Dem Abitur folgten erste Studienjahre an der Würzburger Musikhochschule bei Thomas Egel-Goldschmidt, dann wechselte Ostertag in die Klasse des russischen Pädagogen Valery Gradow, der ihn von der Essener Folkwang- an die Heidelberg-Mannheimer Musikhochschule mitnahm. Letzten Schliff bekam er bei Rainer Kussmaul in Freiburg, wo er mit der höchsten Musikhochschul-Graduierung, dem Konzertexamen abschloß. Dazwischen hatte er sich Sommerkurs-Anregungen bei so unterschiedlichen Lehrern wie Ruggiero Ricci und Sándor Vegh geholt und flankierende Studien bei Gerard Foulet in Paris und Rony Rogoffin New York absolviert.
Seine außergewöhnliche Begabung wurde ihm früh attestiert: er wurde Stipendiat der Oscar und Vera Ritter-Stiftung, der Mozart-Gesellschaft Dortmund sowie der Käthe Dannenmann-Stiftung und gelangte in den Förder-Kreislauf für die junge deutsche Musiker-Elite: 1990 gehörte er zu den Gewinnern des Deutschen Musikwettbewerbs, was ihn in der folgenden Saison in die 35. Bundesauswahl der „Konzerte junger Künstler" brachte, und ihm obendrein in der Reihe „Primavera" die erste Sonaten-CD (Mozart, Bartök, Beethoven mit seinem Duopartner, dem Münchner Pianisten Fritz Schwinghammer) ermöglichte. Die Landessammlung Baden-Württemberg für Streichinstrumente stellte ihm mehrere Jahre ihre wertvollste Violine von Jean-Baptiste Guadagnim zur Verfügung.
Ostertags erste Position war bereits die des l. Konzertmeisters bei den Düsseldorfer Symphonikern (Deutsche Oper am Rhein, 1993-96), von wo er in gleicher Funktion zum SWR-Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg wechselte, einem der führenden Rundfunk-Klangkörper, der auf der Tradition „nachdenkender" Chefdirigenten wie Hans Rosbaud, Ernest Bour und Michael Gielen - und somit kluger, epochemachender Programm-Dramaturgie - aufbaut. Neben seiner ständigen verantwortlichen Teilnahme an orchestralen Auftritten in den Musikzentren und Festivalstädten Paris, Wien, Berlin und Salzburg sowie an Produktionen und CD-Aufaahmen hat er die Option, als Solist vor „sein" Orchester zu treten (in letzter Zeit mit Werken von Bach, Brahms und Henze, Ende 2003 folgt das posthume Violinkonzert von Béla Bartók unter der Leitung von Michael Gielen).
Komplementär dazu geht Ostertag seinen Weg als Solist und Kammermusiker. Er hat die großen Konzerte zwischen Mozart und Sibelius, Strawinsky und Philip Glass im Repertoire und trat in Japan, Nord- und Südamerika, bei Festspielen in Ludwigsburg, Echtemach, beim Rheingau-Festival, den Berliner Festwochen und Wien Modem auf. Dabei waren Dirigenten wie Sylvain Cambreling, Marcello Viotti und Heinz Holliger seine Partner.
Christian Ostertag machte außerdem Aufnahmen beim NDR, WDR und BR, wobei ihm seine Vielseitigkeit zugute kommt: zwischen Violin'Duo (mit seinem Vater Martin Ostertag, Violoncello) und Streichsextett, Klaviertrio (in Kürze erscheinen die Schostakowitsch-Klaviertrios mit dem Trio Achrima) und barocker Consort-Musik ist ihm keine kammermusikalische Gattung, keine Epoche fremd. Die Kritik bemüht regelmäßig superlativisches Vokabular, um seine geigerischen Tugenden zu beschreiben (die New York Times nannte seinen Auttritt in der kleinen Carnegie HAU „excellent, graceful and musical",die WAZ titelte nach einem WDR-Sonderkonzert „So muß es sein!"): Qualitäten, die ihm 2001 den Solistenpreis der Europäischen Kulturstiftung „Pro Europa" eingebracht haben.