Dozenten

Improvisation:

 
MK 57 Dagmar Boecker
MK 57  

06. - 08. Oktober 2017

Kurs für Liederfindung und Improvisation

Dagmar Boecker, Köln (Stimmkunst)

Michael Gees, Köln (Klavier)

 

 DAS GESUNGENE WORT

LIED UND LIEDERFINDUNG

mit Dagmar Boecker und Michael Gees 

 

Dagmar Boecker:

Atemlehre, Wort/Text, Sprech- und Stimmkunst, Körper- und Bewegungsarbeit

 

Michael Gees:  

Pianist, Liedgestalter, Komponist und Improvisateur

 

Kurs für professionelle SängerInnen und Amateure

sowie InstrumentalistInnen, die sich auch stimmlich beteiligen wollen.     

 

 

 

 

     

                  

 

"...Spiel ist Spiel. Es verlangt viel Freiheit und Initiative vom Spieler.

Das Geschriebene darf nicht ernst genommen werden - das Geschriebene muss todernst genommen werden: was den musikalischen Vorgang, die Qualität der Tongebung und der Stille anlangt.

...Machen wir von all unseren Kenntnissen und lebendigen Erinnerungen in bezug auf freie Deklamation, Parlando-Rubato der Volksmusik, Gregorianische Musik Gebrauch und all das zunutze, was die improvisatorische Musikpraxis jemals hervorgebracht hat.

Und greifen wir getrost hinein - ohne uns vor Irrtümern zu fürchten - mitten ins Schwierigste: schaffen wir aus den langen und kurzen Werten gültige Proportionen, eine Einheit, einen Ablauf - zu unserer eigenen Freude." (György Kurtág)

 

 

Kursbeginn: Freitag, 06. Oktober 2017, am frühen Nachmittag  

Kursende: Sonntag, 08. Oktober 2017, nach dem Mittagessen

 

Gebühren:

270,00 Euro Kursgebühr bei Aktivteilnahme/Profis

220,00 Euro Kursgebühr bei Aktivteilnahme/Studenten

140,00 Euro Kosten für Unterkunft (DZ) incl. Vollverpflegung im Forum Artium

Einzelzimmerzuschlag: 20,00 Euro pro Tag wenn verfügbar

 

 

DER KURS:


Wir beschäftigen uns mit dem Zusammenspiel von Gesungenem und Gesagten. Dabei entdecken wir Wege vom Gedicht zum Gesang und vertonen selber Texte.

Die so gewonnene Erzählkraft und ihre Rückwirkung auf Atmung und Stimme sollen den Kursteilnehmern als Werkzeuge dienen, die ihnen dabei helfen, ihr Repertoire zu vertiefen und zu verfeinern.

 

Im Zuge dessen sollen folgende Fähigkeiten erarbeitet werden:

Sie erfassen Text und erschließen Inhalte, eignen sich Bedeutungen an und finden den inneren Anlass, aus dem heraus Rede sich zu Gesang entwickeln will.

Sie verstehen und nutzen Zeilen, Strophenform und Zeichensetzung als Regieanweisung. Sie untersuchen Sprachlaute auf ihre Atmosphäre stiftende oder Gestaltung leitende Kraft. Sie entwickeln eine von Inhalt, Aussage und Erzählperspektive geleitete Sprechweise und erleben die solchermaßen geformte Sprechmelodie als Grundlage für die Vertonung.

Sie entdecken musikalische Parameter in der Sprache: Tonbewegung, lange und kurze Werte, Proportionen, Tempo, Pausen, Phrasierung, Atem und Dynamik und nutzen diese zur Musikalisierung eines Gedichtes aus eigener Erfindungskraft.

Sie lesen überlieferte Kompositionen neu und untersuchen diese bewusster auf ähnliche Bewegungsverläufe und Verhältnismäßigkeiten.


DIE WIRKUNG:


Die durch sprecherische Präsenz gestützte Vortragsweise tonisiert auf körpersprachlicher Ebene und fördert so die unwillkürliche Abstimmung im Zusammenwirken von Atem- u. Stimmfunktion, Tongestaltung und artikulatorischem Zugriff. Die erzählerische Mitteilung wird im Gesang als ein aus dem “Geistigen gespeister Stützvorgang” erlebbar. Feinheit der Funktionen und Facetten des Ausdrucks bilden sich kraftvoll und natürlich.

Die sorgfältige Texterforschung beeinflusst das Zusammenwirken von Gesang und Instrumentalspiel im Lied-Duo. Die Partner finden ein gemeinsames Verstehen des Werkes, gewinnen an Gestaltungsbeweglichkeit, hören einander intensiver zu. und dienen so der Idee des “in Musik Gesagten”.

Am Ende steht ein lebendiges Lied: die Vortragenden haben sich von Text und Musik “bilden” lassen und sie sich zu eigen gemacht.


DIE IDEE:


Wir wollen SängerInnen und InstrumentalistInnen dazu anstiften, auch kompositorisch aktiv und damit urheberschaftlich wirksam zu werden.

Gemeinsam mit den TeilnehmerInnen gehen wir eigene, ganz persönliche Wege zum Lied.

Wir regen an zur Erfindung aus eigener Bewegung und stärken so auch für die Erfüllung überlieferter Musik.

Im Rahmen unserer Zusammenarbeit als Dozenten an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln haben wir eine Pädagogik entwickelt, die zum Schöpferischen ausdrücklich ermutigt: jedem Menschen ist die Fähigkeit zur musikalischen Erfindung angeboren und kann mit der eigenen Stimme als primärem Instrument unmittelbar zum Klingen gebracht werden.

Begeisterung und Freude an musikalischer Selbstermächtigung sind uns unverzichtbare Komponenten künstlerischen und pädagogischen Arbeitens.

Durch Hinzunahme freier Improvisation und vokaler Echtzeit-Komposition erschließen wir eine Inspirationsquelle für den Unterricht, die als Jungborn der musikalischen Aufführungspraxis lange vergessen war und in unserer Zeit eine Renaissance erlebt.

So verdanken etwa Gabriela Montero, Hillary Hahn, Anna Lucia Richter und Julian

Prégardien ihre künstlerische Unverwechselbarkeit nicht zuletzt ihrer Liebe zur Musik des Augenblicks, zum Extempore.

 

 

 

Dagmar Boecker

ist Sprecherin, Sängerin und Schauspielerin. Sie widmet sich dem

Zusammenwirken von Sprache und Musik. Mit besonderer Vorliebe für die Improvisation bewegt sie sich auslotend im Raum zwischen Sprechen und Singen.

In ihrer Lehrtätigkeit an der Hochschule für Musik und Tanz Köln unterrichtet sie seit 2003 Sprecherziehung, Stimmbildung und Textgestaltung für Gesang und Musiktheater. Sie entwickelt die “ElemenTonik- elementare Gestaltungskräfte atem- und organverbunden einsetzen” - ein ganzheitliches interdisziplinäres Konzept zur natürlichen und gesunden Ausbildung von Atem, Stimme, Ton und Bewegung und in der künstlerischen Arbeit. Als Atem-, Sprech- und Stimmlehrerin (Arbeitsweise Schlaffhorst-Andersen®) arbeitet sie mit Menschen in den Sparten Gesang, Instrumentalspiel, Schauspiel, Tanz, Chor-/Orchesterleitung, Musikpädagogik und in der Musiker-/Künstlergesundheit. 2016 gründete sie die Echt.Zeit.Spektrale, “Atelier für Atemlehre, Körperwissen & Stimmkunst" in Köln.

 

Michael Gees

ist Pianist, Liedgestalter, Komponist und Improvisateur.

"Alte Meister" erklingen bei ihm im oft extemporierten Dialog mit der Moderne. Damit geht er alte neue Wege. Seit 2009 lehrt er Vokale Improvisation und Liederfindung an der Kölner Musikhochschule.

(www.michaelgees.com)